Damit ein Arbeitnehmer in den Genuss des Kündigungsschutzes nach dem Kündigungsschutzgesetz kommt, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein (§ 23 Abs. 1 KSchG):

1. Das Arbeitsverhältnis muss in demselben Betrieb länger als sechs Monate bestanden haben (sog. Wartezeit).
2. In dem Betrieb des Arbeitgebers müssen mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sein (sog. Schwellenwert).

Kündigung - was tun? - Ratgeber zum Kündigungsschutz

Tipps zum Kündigungsschutz
Teil 2

Erste Voraussetzung: Das Arbeitsverhältnis muss in demselben Betrieb länger als sechs Monate bestanden haben ...


Wie wird die Wartezeit berechnet? Für die Berechnung der sechsmonatigen Wartezeit ist grundsätzlich nicht darauf abzustellen, wann Sie Ihre Arbeit tatsächlich im Betrieb aufgenommen haben, sondern auf den rechtlichen Beginn! Nehmen Sie beispielsweise Ihre Tätigkeit wegen einer Erkrankung erst zu einem späteren Termin auf, als im Arbeitsvertrag vereinbart ist, so beginnt die Wartezeit dennoch bereits mit dem im Arbeitsvertrag bestimmten Datum.

Beachten Sie aber bitte Folgendes:

Die Wartezeit muss bereits an dem Tag erfüllt sein, an dem Ihnen die schriftliche Kündigung zugeht.

So würde bei einer zum 1. April vereinbarten Tätigkeitsaufnahme die Wartezeit am 30. September ablaufen. Sie hätten ab 1. Oktober den Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz. Geht Ihnen noch am 30. September ein Kündigungsschreiben zu, so ist die Wartezeit nicht erfüllt. Es kommt nicht darauf an, zu welchem Termin Ihnen gekündigt wird. Ausschlaggebend ist allein der Tag, an dem Ihnen das Kündigungsschreiben zugeht.

Umgekehrt kommt es aber auch nicht auf das Datum des Kündigungsschreibens an. Wäre im vorstehenden Beispiel die Kündigung auf den 28. September datiert, geht Ihnen das Schreiben aber erst am 1. Oktober zu, so genießen Sie Kündigungsschutz! Ausschlaggebend ist allein das Zugangsdatum.

Unterbrechungen der Wartezeit

Wenn Sie während der Wartezeit wegen Krankheit oder Urlaub fehlen, so wirkt sich dies auf den Ablauf der Wartezeit nicht aus. Selbst wenn Sie an einem Arbeitskampf teilnehmen oder in Erziehungsurlaub gehen, wird die Wartezeit nicht unterbrochen.

Unter Umständen wird die Wartezeit selbst dann nicht unterbrochen, wenn das Arbeitsverhältnis beendet und nach kurzer Zeit wieder ein neues Arbeitsverhältnis begründet wird. Hier kommt es nach der Rechtsprechung entscheidend darauf an, dass es sich um eine nur kurze Unterbrechung gehandelt hat und dass zwischen beiden Arbeitsverhältnissen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht. Ob ein enger sachlicher Zusammenhang anzunehmen ist und die Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses unberücksichtigt bleiben kann, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Im Zweifel sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen.


Zweite Voraussetzung: In dem Betrieb des Arbeitgebers müssen mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sein ...



 

     Seitenanfang

Inhaltsübersicht

Sagen Sie Ihre Meinung! Online-Rechtsberatung

Sagen Sie Ihre Meinung! Fragen - Anregungen - Kritik

©  

Dr. Reinhard Hildebrandt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Scharnhorstplatz 8
37154 Northeim




Kündigungsschutz (Startseite)

 

Tipps zum Kündigungsschutz

Zurück   Übersicht  1   2   3/1   3/2   4   5   6   Vorwärts


Kündigungsschutz (Startseite) | Inhaltsübersicht | Tipps zum Kündigungsschutz (Übersicht)

Stand: 06.04.2014