Kündigung - was tun? - Ratgeber ArbeitsrechtBefristeter Arbeitsvertrag
(Übersicht)

Der Abschluss befristeter Arbeitsverträge ist für den Arbeitgeber eine Strategie, mit der die bestehenden Kündigungsschutzvorschriften unterlaufen werden können. Befristungen haben für die betreffenden Arbeitnehmer einen ganz erheblichen Nachteil:

Das Arbeitsverhältnis endet automatisch mit Zeitablauf, ohne das es einer Kündigungserklärung des Arbeitgebers oder einer sonstigen Beendigungsvereinbarung (Abschluss eines Aufhebungsvertrages) bedarf.


Es verhält sich keineswegs so, dass Sie, wenn Ihr Arbeitverhältnis befristet ist, zwangsläufig zum Befristungsende "auf der Straße sitzen" müssen und keine Chance haben, etwas hiergegen zu unternehmen. Wie bei einer Kündigung gibt es auch bei der Befristung unzählige Möglichkeiten, sich hiergegen zu wehren und zu erreichen, dass entweder das Arbeitsverhältnis fortgesetzt wird oder dass Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Abfindung zahlt. Befristungsvereinbarungen können nämlich aus den unterschiedlichsten Gründen unwirksam sein. Der Gesetzgeber und die Rechtsprechung haben zahlreiche Hürden aufgestellt, die der Arbeitgeber überwinden muss, um ein Arbeitsverhältnis wirksam zu befristen.


In den nachfolgenden Tipps erfahren Sie, ob und unter welchen Voraussetzungen die mit Ihnen getroffene Befristungsvereinbarung unwirksam ist und wo Ihre Chancen liegen, gegen eine unwirksame Befristung vorzugehen, sei es, um das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, oder sei es, um eine - möglichst hohe - Abfindung zu erstreiten.

Hier zunächst die Übersicht über die Themen, die nachfolgend zu der Materie "befristeter Arbeitsvertrag" behandelt werden:

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 1

Allgemeine Hinweise: Was ist der Unterschied zwischen einem "normalen" Arbeitsvertrag und einem befristeten Arbeitsvertrag? Worin liegen für Sie als Arbeitnehmer die Nachteile bei einem befristeten Arbeitsvertrag?

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 2

Befristungsgrund: Vorübergehender Arbeitskräftebedarf
Ein sachlicher Befristungsgrund würde nach dem Gesetz vorliegen, wenn der betriebliche Bedarf an Arbeitsleitung nur vorübergehend besteht (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TzBfG):
Wann ist eine Befristung, die mit vorübergehenden Arbeitskräftebedarf begründet wurde unwirksam?

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 3

Befristungsgrund: Zweckbindung von Haushaltsmitteln
Ein weiterer sachlicher Befristungsgrund soll nach dem Gesetz vorliegen, wenn der Arbeitnehmer aus Haushaltsmitteln vergütet wird, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind, und er entsprechend beschäftigt wird (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 TzBfG): Unter welchen Voraussetzungen können Sie gegen eine Befristung vorgehen, die damit begründet wird, Haushaltsmittel würden nur vorübergehend zur Verfügung stehen?

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 4

Befristung ohne Sachgrund
Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Befristung des Arbeitsvertrages auch ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes zulässig: Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn es sich bei der Befristung in Ihrem Arbeitvertrag um eine "sachgrundlose Befristung" handelt?

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 5

Wenn Sie nun aufgrund der vorstehenden Tipps festgestellt haben, dass die Befristungsvereinbarung in Ihrem Arbeitsvertrag unwirksam ist oder sein könnte: Was können Sie unternehmen, um gegen die Befristung vorzugehen?

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 6

Kann Ihr Arbeitgeber Ihnen schon vor dem Ablauf der Befristung kündigen? Können Sie die Fortsetzung Ihres Arbeitverhältnisses nach dem Befristungsende verlangen, auch wenn Ihr Arbeitsverhältnis wirksam befristet ist? Weitere Tipps und Informationen, wenn Ihr Arbeitsverhältnis befristet ist...

Befristeter Arbeitsvertrag - Teil 7

Taktisches Vorgehen.... Wie verhalten Sie sich in jeweils welcher Situation?

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Befristungsvereinbarungen rechtlich angreifbar sind. Daher kann ich Ihnen, sollte Ihr Arbeitsverhältnis befristet sein, nur dringend empfehlen, die Befristungsvereinbarung rechtlich prüfen zu lassen. Dies gilt auch in dem Fall, dass Sie in den nachfolgenden Tipps nicht "fündig werden" und keine konkreten Hinweise für Ihre Befristungsvereinbarung finden sollten. Oftmals bedarf es einer sehr sorgfältigen Prüfung, um den Ansatzpunkt zu erkennen, mit der man eine Befristung "aushebeln" kann.


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Dr. Reinhard Hildebrandt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Stand: 29.01.2012