Wenn im Falle der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses mit dem Arbeitgeber über die Zahlung einer Abfindung verhandelt wird: Wie hoch sollte die Abfindung sein? Wie wird die Abfindung berechnet?

(betriebsbedingte) Kündigung - was tun? - Ratgeber Arbeitsrecht

Kündigung - Abfindung - Höhe
Teil 3

Es gibt keine Vorschriften und schon gar keine gesetzlichen Regelungen darüber, wie hoch eine Abfindung sein sollte. Die Höhe der Abfindung, die der Arbeitgeber an Sie zahlt, ist ausschließlich Verhandlungssache.


Für die Bemessung der Abfindung gibt es allerdings eine "Messlatte", nämlich die so genannte "Regelabfindung". Diese beträgt ein halbes Bruttomonatseinkommen pro Beschäftigungsjahr.

Diese "Regelabfindung" ist aber nur eine grobe Richtschnur. Sie kann unter-, aber auch überschritten werden. Wesentlicher Anhaltspunkt dafür, welchen Abfindungsbetrag Sie "herausholen" können, ist die Erfolgsaussicht einer Kündigungsschutzklage:

  • Wenn vornherein und zweifelsfrei feststeht, dass die von Ihrem Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung unwirksam ist, so können Sie in der Regel darauf bestehen, dass der Arbeitgeber die "Regelabfindung" zahlt. Denn er hat in diesem Fall ja keine Alternative, will er die Kündigung nicht zurücknehmen.

  • Umgekehrt wird es dann schwierig, die "Regelabfindung" zu bekommen, wenn die Erfolgsaussicht für Ihren Kündigungsschutzprozess nicht eindeutig prognostizierbar ist. Wenn zwar einiges dafür spricht, dass der Arbeitgeber mit seiner Kündigung an rechtlichen Hindernissen scheitern könnte, andererseits aber auch die Möglichkeit besteht, dass die Kündigung rechtswirksam ist, so hat der Arbeitgeber seinerseits die Möglichkeit, die Höhe der Abfindung "zu drücken".

    Wenn sich der Arbeitgeber zum Beispiel einigermaßen sicher ist, den Kündigungsschutzprozess zu gewinnen, und wenn Sie Ihrerseits nicht ausschließen können, dass Sie den Prozess verlieren könnten, ist es oftmals vernünftiger, sich mit einer geringeren Abfindung zu begnügen, als das Risiko einzugehen, den Kündigungsschutzprozess zu verlieren und dann ganz mit leeren Händen dazustehen.

Achtung:

Es gibt aber auch Situationen, in denen bei geschickter Verhandlungsführung erreicht werden kann, dass die an den Arbeitnehmer zu zahlende Abfindung wesentlich höher ist, als die sog. "Regelabfindung". Um abschätzen zu können, ob die Chance auf eine höhere Abfindung besteht, bedarf es schon einer gewissen Erfahrung und eines guten Verhandlungsgeschickes. Sie sind daher in jedem Fall gut beraten, wenn Sie sich an einen Fachmann wenden, der über diese Erfahrung und das entsprechende Verhandlungsgeschick verfügt.

Wie ist die Abfindung zu versteuern bzw. unter welchen Voraussetzungen ist die Abfindung steuerfrei?


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Dr. Reinhard Hildebrandt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Scharnhorstplatz 8
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Stand: 06.04.2014